Symptomcheck
Haben Sie Rückenschmerzen, Schulter-Nackenschmerzen, Schmerzen im Arm oder Bein?
Ausgehend von den Beschwerden, die uns Patienten tagtäglich in der Sprechstunde geben, haben wir Ihnen einen kleinen Katallog für Ihren Symptomcheck zusammengestellt. Dieser soll Ihnen helfen Ihre Beschwerden einzuordnen und kann vielleicht auch schon einige Fragen klären. Generell sollte jedoch stets ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Differentialdiagnosen abzuklären.
Können Sie bei den beschriebenen Symptomen Ihr Leiden nicht genau wiederfinden, dann nutzen Sie bitte den Hinweis am Ende der Seite, um in unserer
online Sprechstunde detailiert nachzufragen, oder vereinbaren Sie gleich einen Termin bei uns in der
Praxis.
Klicken Sie auf das Symptom, das Ihre Beschwerden beschreibt
Rückenschmerzen
Rückenschmerzen
Die Ursachen von Rückenschmerzen sind vielfältig. Dabei existieren im wesentlichen zwei Schmerzgeneratoren (Schmerzverursacher) zum einen die kleinen Wirbelgelenke (Facetten) und das Kreuz-Darmbein-Gelenk (ISG) zum anderen die Bandscheiben. Diese Strukturen können im Verlauf des Lebens und unter Belastung verschleissen. Die Bandscheiben verlieren an Höhe und Elastizität und die Wirbelgelenke reiben aufeinander oder werden locker. Daraus resultieren leichte Instabilitäten und mechanische Überbeanspruchung. Dies führt zu lokalen Entzündungsreaktionen in den Gelenken (Spondylarthrose), den Bandscheiben (Osteochondrose) und Muskelansätzen (Insertionstendinitis). Reflektorisch kommt es zu Muskelverspannungen, Fehlhaltungen und Fehlbelastungen die ihrerseits die Schmerzen verstärken. Die Therapie ist primär konservativ, d. h. Schmerzmedikation, Krankengymnastik und eventuell lokalen Injektion an schmerzhafte Muskelansätze und Wirbegelenke. Bei Fortbestehen der Beschwerden trotz konservativer Therapie ist eine gezieltere Behandlung notwendig. Diese bedarf zunächst einer genaueren Ursachenermittlung. Beim so genannten „
Facettensyndrom“ (Schmerzen, die von den kleinen Wirbelgelenken ausgehen) besteht die Möglichkeit einer minimalinvasiven Therapie, wie der
Facettendenervation, aber auch eine
dynamische Stabilisierung kann sinnvoll sein. Beim so genannten discogenen Schmerz (Bandscheiben-bedingten Schmerz) können ebenfalls minimalinvasive Therapien angewandt werden, aber auch eine
endoskopische oder
mikrochirurgische Bandscheibenoperation oder die Implantation einer
künstlichen Bandscheibe können die Beschwerden lindern. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und folgen einem Stufenschema, wobei mit „kleinen“ Maßnahmen begonnen und im Bedarfsfall erweitert wird. Eine Therapie kann für den Patienten nur nach einem Gespräch, klinischer Untersuchung und entsprechender Diagnostik (Kernspintomographie – MRT, Computertomographie – CT, Röntgen) maßgeschneidert werden.
Nackenschmerzen
Nackenschmerzen
Die Ursachen von Nackenschmerzen mit Ausstrahlung ins Hinterhaupt oder die Schultern sind ähnlich den Ursachen für Rückenschmerzen. Auch hier spielen degenerative Veränderungen in den kleinen Wirbelgelenken (Facetten) und Bandscheiben eine Rolle, d. h. Verschleiß, bedingt durch monotone Körperhaltung, wie z. B. beim Arbeiten an einem Bildschirmarbeitsplatz, aber auch einseitiges Tragen von Lasten auf der Schulter. Natürlich verschleissen Bandscheiben auch im Verlauf des Lebens ohne einer erhöhten Beanspruchung ausgesetzt gewesen zu sein. Dabei spielen genetische Faktoren eine Rolle und bestimmen den Ausprägungsgrad und Verlauf. Allerdings sind die Folgen des Verschleisses an der HWS nicht so häufig zu spüren wie an der LWS. Die Therapie ist jedoch vergleichbar. Auch hier gilt, dass nur eine genaue Analyse der Bilddiagnostik (MRT, CT, Röntgen), das Gespräch mit dem Patienten und die klinische Untersuchung die Auswahl der richtigen Therapiestrategie garantieren. Dabei muss stets eine Rückkoppelung erfolgen, ob die gewählte Behandlung erfolgreich war oder nicht, gegebenenfalls muss die Therapie angepasst werden. Auch an der HWS gilt das Stufenschema. Es wird mit konservativen Methoden begonnen, einschließlich Infiltrationtechniken. In höhren Stufen sind auch
Facettendenervation,
Bandscheibenoperation und
Implantation einer Bandscheibenprothese möglich.
Schmerzen im Arm oder Bein
Schmerzen im Arm oder Bein
Schmerzen im Arm oder Bein deuten auf ein so genanntes Wurzelkompressions-Syndrom hin, d. h. ein bestimmter Nerv wird innerhalb des Wirbelkanals gedrückt. Diese so genannten Spinalnerven bestehen aus verschiedenen Nervenfasertypen und haben 3 Funktionen: 1. Schmerzweiterletung, 2. Weiterleitung des Gefühls und 3. Aktivierung von Muskeln. Die verschiedenen Nervenfasertypen, die diese Funktion erfüllen sind unterschiedlich gegenüber Druck empfindlich. Dabei reagieren Schmerzfasern am empfindlichsten, d. h. wenn ein bestimmter Rückenmarksnerv bedrängt wird, erlebt der Patient zunächst den Schmerz. Wird der Druck stärker, so kommt es zu Gefühlsstörungen und letztlich zu Lähmungen. Welche Region am Körper schmerzt bzw. gefühlsgestört ist, hängt vom betroffenen Nerven ab. Es existieren so genante Kennareale, die dem Arzt dahingehend genaue Hinweise geben.
Ist die vom Schmerz betroffene Region lokalisiert und kann Sie eindeutig einem Rückenmarksnerven zugeordnet werden, dann gilt es durch ein Bildverfahren (MRT, CT) festzustellen, was die Ursache des Wurzelkompressions-Syndroms ist. Häufigste Ursache ist ein Bandscheibenvorfall, aber auch eine knöcherne Enge oder eine Gelenkkapselzyste können vorkommen.
Bei reinen Schmerz-Syndromen ist die Therapie ist zunächst
konservativ und folgt ebenfalls einem Stufenschema. Bleiben Beschwerden trotz einer konservativen Therapie bestehen, so muß über
minimalinvasive bzw.
operative Maßnahmen nachgedacht werden, um eine Chronifizierung des Problems zu verhindern. Durch eine Therapie mit Augemaß können Beschwerden zeitnah beseitigt und die Belastbarkeit wiederhergestellt werden. Stets ist eine enge Kommunikation zwischen Arzt und Patient erforderlich, um zu kontrollieren, ob eine gewählte Therapie erfolgreich ist oder nicht die nächste Stufe erklommen werden muß. Die Therapiewahl ist optimal in händen eines Arztes, der Kenntnis und praktische Erfahrungen mit allen Therapieoptionen hat.

- Schematische Darstellung eines Bandscheibenvorfalls am Modell. Der Bandscheibenvorfall (rot) drückt auf den gelben Nerven. Dadurch kann der Nerv seine Funktion nicht mehr erfüllen und es kommt zu Gefühlsstörungen und Lähmungen.
Taubheitsgefühl im Arm oder Bein
Taubheitsgefühl im Arm oder Bein
Ein Taubheitsgefühl im Arm oder Bein kann verschiedene Ursachen haben. Prinzipiell gilt, dass ein Nerv, das Rückmark oder das Gehirn betroffen sein müssen, d.h. Organe, die mit der Gefühlswahrnehmung und Gefühlsweiterleitung verbunden sind. Nerven können durch verschiedene Ursachen in ihrer Funktion gestört sein. Dies können Entzündungen sein (z. B. Borrerliose) oder Nerven werden gedrückt d. h. komprimiert. Klassisch sind beispielsweise die Engpaß-Syndrome, wo Nerven bei ihrem Durchtritt durch Körperengstellen von Bändern und Sehnen eingeschnürt werden (z. B. im Karpaltunnel). Des Weiteren ist eine Bedrängung eines Nerven im Wirbelkanal durch einen Bandscheibevorfall möglich. Typischerweise tritt Taubheitsgefühl im Zusammenhang mit Schmerzen und eventuell Lähmungen auf. Besonders kritisch ist ein Taubheitsgefühl in der Gesäßregion, was auf eine Störung der so genannten S1-S4-Nerven hinweist. Diese sind u. a. für die Aufrechterhaltung der Blasen- und Stuhlgangsfunktion zuständig, so dass dahingehend Störungen auftreten können. Dies stellt einen neurochirurgischen Notfall dar und bedarf einer schnellen Abklärung mit sofortiger Vorstellung bei einem Arzt und einer eventuellen Operationen. Gefühlsstörungen entlang bestimmter Nerven können einem Hautareal, so genanntem Dermatom zugeordnet werden. Es sind immer verschiedene Qualitäten des Gefühls zu prüfen (spitz-stumpf, heiß-kalt, Gelenkstellung). Sind größere Körperregionen betroffen, z. B. beide Beine oder eine ganze Körperhälfte, so deutet dies auf eine Störung im Rückenmark oder Gehirn hin. Solche Störungen müssen sofort abgeklärt werden. Häufig ist das MRT die Methode der ersten Wahl. Gefühlsstörungen können plötzlich oder allmählich auftreten. Plötzliches Entstehen deutet immer auf etwas akutes hin, z. B. Schlaganfall oder akuten Bandscheibenvorfall. Langsames Entstehen ist Hinweis auf einen chronischen Prozeß (z. B. Einengung des Wirbelkanals). Bei Gefühlsstörungen sollte stets frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden.

- Schematische Darstellung der verschiedenen Hautareale, wie sie von den entsprechenden Rückenmark bzw. spinalen Nerven versorgt werden. Dabei stehen die Buchstaben für eine Wirbelsäulenregion (C – cervical, d.h. Halswirbelsäule; L – lumbal, d. h. Lendenwirbelsäule). Die Zahl entspricht dem Nerven zwischen zwei Wirbelkörpern, z.B. C6-Syndrom für den Nerven zwischen dem 5. und 6. Halswirbel.
Lähmungserscheinungen im Arm oder Bein
Lähmungserscheinungen im Arm oder Bein
Lähmungen an Armen und Beinen können wie das Taubheitsgefühl verschiedene Ursachen haben. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob einzelne Muskeln betroffen sind oder eine Körperhälfte oder gar beide Körperhälften. Lähmungen, die eine gesamte Körperhälfte betreffen, haben meist ihre Ursache im Gehirn. Dabei spielen Tumoren, Blutungen und Infarkte eine entscheidende Rolle. Wichtig ist hierbei die zeitliche Entwicklung einer Lähmungen. Plötzliches Auftreten deutet auf eine Blutung oder einen Infarkt hin, umgangssprachlich auch als Schlaganfall bezeichnet. Allmähliches Entstehen spricht für einen Tumor. Lähmungen beider Beine oder gar Arme und Beine, die so genannte Querschnittslähmung deutet auf ein Problem im Wirbelkanal oder Rückenmark hin. Hier sind prinzipiell gleiche Ursachen möglich wie bei der Halbseitenlähmung, d. h. Blutung, Infarkt oder Tumor. Aber auch eine so genannte pathologische Fraktur, d. h. Wirbelkörperbruch ohne Unfall. Dies ist am häufigsten bei einem Wirbelsäulentumor der Fall, wobei Tochtergeschwülste anderer Tumoren eine wichtige Rolle spielen.
Lähmungen einzelner Muskeln können bestimmten Nerven zugeordnet werden. Dabei unterscheiden wir die Lähmungen durch Druckwirkung auf periphere Nerven, klassisch ist die Peronaeus-Parese (Lähmung der Fußheber und Großzehenheber) infolge Druckläsion am Fibularköpfchen und Lähmungen verursacht durch Prozesse im Wirbelkanal
Bezogen auf die Wirbelsäule, bedeutet dies , dass ein Spinalnerv durch einen Bandscheibenvorfall oder eine knöcherne Einengung derart geschädigt ist, dass die motorischen Fasern ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen können. Auch hier sind die einzelnen Nerven bestimmten Muskeln zugeordnet und es zeigen sich dann die klassischen Lähmungserscheinungen. Selten können auch speziell gelegene Tumoren dies verursachen (z. B. Neurinome oder Meningeome)
C5-Syndrom – Lähmung der seitlichen Armhebung, Abdkction (M. deltoideus)
C6-Syndrom – Lähmung Armbeugung (M. biceps)
C7- Syndrom – Lähmung Armstreckung (M. triceps)
L4-Syndrom – Lähmung Kniestreckung (M. quadriceps)
L5-Syndrom – Lähmung Fuß- und Großzehenhebung (M. tibialis anterior und M. ext. hallucis longus)
S1- Syndrom – Lähmung Fußsenkung (M. gastrocnemius)
Das Bild zeigt einen intraforaminalen Bandscheibenvorfall. Der rote Pfeil markiert den Vorfall, der Nerv ist nicht abzugrenzen. Der grüne Pfeil markiert den gut sichbaren und freien benachbarten Spinalnerven.
Gangstörungen mit Schwanken, Gleichgewichtsstörungen, kleinschrittiger Gang
Gangstörungen mit Schwanken, Gleichgewichtsstörungen, kleinschrittiger Gang
Viele Störungen des Gangbildes, aber auch der Feinmotorik mit Unsicherheit in der Benutzung von Messer und Gabel, Schwächegefühl in Armen und Beinen, Koordinationsstörungen deuten auf eine Schädigung des Rückenmarks. Diese kann viele Ursachen haben, wie Durchblutungsstörungen, aber auch Tumoren, Entzündungen, Instabilitäten und Verengungen des Rückenmarkkanals können solche Probleme bereiten. Auch hier spielt der zeitliche Verlauf eine Rolle. Dabei deuten akute Veränderungen mehr auf Durchblutungsstörungen hin, langsames Entstehen eher auf Verschleiß. Eine schnelle Klärung der Ursachen kann durch ein MRT erfolgen.
Wegstreckenverkürzung, Schmerzen beim Laufen, Stehenbleiben müssen
Wegstreckenverkürzung, Schmerzen beim Laufen, Stehenbleiben müssen
Eine Verkürzung der Wegstrecke bzw. Schmerzen beim Laufen können unterschiedliche Ursachen haben. Klassisch ist die so genannte Schaufensterkrankheit. Dabei zwingen Durchblutungsstörungen in den Beinen den Betrofenen zum Stehenbleiben. Danach kann es wieder eine kurze Strecke weitergehen (bis zum nächsten Schaufenster). Eine andere Ursache ist die Einengung des Wirbelkanals, die so genannte Spinalkanalstenose. Die Einengung führt dazu, dass Nerven gedrückt werden und dadurch mit Schmerzen reagieren. Ein Stehenbleiben allein genügt häufig nicht, sondern der Betroffene muss sich nach vorn beugen, um den Spinalkanal zu entlasten . Zur Abklärung zwischer der so genanten neurogenen (spinalen) und vaskulären (intermittens) Claudicatio kann ein MRT oder ein CT angefertigt werden. Bei einer
Wirbelkanalverengung kann dieser
operativ geweitet werden. Dies ist eine sehr häufige Operation mit sehr guten Erfolgtsaussichten.
Ist Ihr Symptom nicht dabei oder haben Sie Fragen?
Stellen Sie diese in unserer
online Sprechstunde oder vereinbaren Sie gleich einen Termin in unserer
Praxis.









