Die endoskopische Bandscheibenoperation
Die Bandscheibenoperation wird auch heute noch häufig als ein gefährlicher Eingriff angesehen. Durch die Verbesserung der operativen Methoden und den Einsatz modernster Technologien sind jedoch die Risiken und Gefahren einer Bandsacheibenoperation deutlich geringer als früher. Die Bandscheibenoperation ist insbesondere beim Einsatz des Endoskops eine Technik, die schnell das eigentliche Problem, nämlich den Bandscheibenvorfall beseitigt und den kompromierten Nerven entlastet. Patienten wachen bereits nach der Narkose schmerzfrei auf und sind frühzeitig mobilisierbar. Deshalb sollte beim Versagen der konservativen Therapien über eine endoskopische Bandscheibenoperation nachgedacht werden.
Historie der Bandscheibenchirurgie
Die Bandscheibenchirurgie hat im Lauf der Zeit eine dramatische Entwicklund durchlaufen dabei haben zwei Dinge eine entscheidende rolle gespielt: 1. Licht und 2. Vergrößereung. Bei Licht ist natürlich entscheidend, es auch an die richtige Stelle zu bekommen. Normale OP-Lampen leuchten gut die Oberfläche aus, aber schlecht die Tiefe. Dies wurde verbessert durch Stirnlampen und optimiert durch das Mikroskop. Aber auch das Mikroskop hat die Lichtquelle außen und das Licht gelangt durch einen Schacht in das eigentliche OP-Feld. Dies macht es schwierig jeden Winkel auszuleuchten.
Nur das Endoskop schafft es, das Licht direkt und verlustfrei in die Tiefe zu bringen und somit eine optimale Auslleuchtung jeden Winkels ohne die Spur eines Schattens. Danben bietet das Endoskop einem Weitwinkel, den gewünschten Vergrößerungsfaktor und die entsprechende Tiefenschärfe, wodurch die operative Sicherheit wesentlich erhöht wird.
Des Weiteren hat die Entwicklung der Monitore die operative Sicherheit erhöht, in dem es die Schärfe und Detailtreue wesentlich verbessert hat. Dies ist vergleichbar der Entwicklung des Fersehens. Niemand möchte die Schärfe und Farbbrillianz von HDTV gegen eine schwarz-weiß Röhre tauschen. Und wer einmal mit dem Endoskop gearbeitet hat, der möchte auch nicht mehr darauf verzichten.
Technik der endoskopischen Bandscheibenchirurgie
Die endoskopische Bandscheibenoperation ist eine innovative und elegante Technik. Sie vermeidet Hautschnitte, das Abschieben von Muskulatur und die Wegnahme von Knochen- und Gelenkanteilen. Bei der endoskopischen Bandscheibenoperation wird über eine 8mm größe Hülse und ein Endoskop mit einem 4,1 mm großen Arbeitskanal die gesamte Operation durchgeführt. Dadurch ist die vollständige Entfernung fast aller Bandscheibevorfälle möglich und es verbleibt eine kaum sichtbare Narbe. Auch gibt es fast keine Vernarbungen innerhalb des Wirbelkanals, so dass das Risiko des so genannten Postdiscektomie-Syndroms deutlich geringer ist als bei konventionellen "offenen" oder "mikrochirurgischen" Methoden.
Die Technik wird nur in sehr wenigen Zentren durchgeführt. Durch meine umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Endoskopie, die ich während meiner Tätigkeit an der Charité erworben habe, bin ich in der Lage diese Methode routinemäßig anzuwenden. Es würde mich freuen, Sie dahingehend zu beraten.
Der transforaminale und der interlaminäre Weg
Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Vorgehensweisen bei der endoskopischen Bandscheibenchirurgie. Einmal von der Seite durch das so genannte Neuroforamen und einmal durch die Mitte, die so genannte interlaminäre Technik. Welche Methode im Einzelfall zu Anwendung kommt, entscheidet der Operateur in Abhängigkeit von der Lokalisation des Bandscheibenvorfalls und den anatomischen Gegebenheiten. Dabei eignen sich im Neuroforamen gelegene Bandscheibenvorfälle gut für den seitlichen (transforaminalen) Zugang. Aber auch mittig unter dem hinteren Längsband gelegene größere Protrusionen (Vorwölbungen), die häufig starke Rückenschmerzen verursachen, ohne Schmerzen in den Beinen, eignen sich gut für diese Technik. Der Zugang durch die Mitte wird insbesondere für intraspinal gelegene frei sequestrierte (d. h. frei im Wirbelkanal gelegene) Bandscheibenvorfälle genutzt.


























