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Wirbelkanalverengung an der Halswirbelsäule

Infolge Belastung und Degeneration (Abnutzung) der Bandscheiben mit Höhenverlust kann die Wirbelsäule instabil werden. Der Körper versucht die Stabilität der Wirbelsäule durch Abstützungsreaktionen wiederherzustellen. Diese führen zur so genannten Spondylarthrose (Verdickung der Gelenke), Verdickung der Ligamenta flava und Spondylophytenbildung (Abstützung der Wirbelkörper) mit den Folgen der Einengung des Wirbelkanals. Dies ist an der Halswirbelsäule besonders tragisch, da dort im Wirbelkanal das Rückenmark verläuft und es bei einer Einengung des Wirbelkanals direkt zur Schädigung des Rückenmarks kommt.

Führendes Symptom sind Lähmungserscheinungen an den Füßen und Armen mit  Gangstörungen vor allem in der Dunkelheit bis hin zur Querschnittslähmung mit Rollstuhlpflichtigkeit. Die Symptome treten eher schleichend auf, so dass der Zeitraum bis zur ersten Behandlung eher Jahre beträgt. Frühe Symptome sind Ungeschicklichkeit der Hände und Mißempfindungen.

Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die Erkrankung verläuft zu 75% in Schüben, wobei Spontanheilung eher selten ist. Die meisten Patienten erleben im Verlauf eine Verschlechterung der Symptomatik (ca. 5% pro Jahr). Es gibt auch Akutverläufe mit plötzlicher Verschlechterung auf Grund eines Bagatelltraumas (z. B. Kopf an Türpfosten stoßen) 

Untersuchungen zeigen, dass die Häufigkeit von Operationen an der Halswirbelsäule ca. 55 pro 100 000 Einwohner beträgt. Auf Grund verbesserter und frühzeitigerer Diagnostik werden jährliche Steigerungsraten von ca. 10% erwartet.

Als Behandlungsmaßnahmen kommen die Erweiterung des Spinalkanals von vorn mit Entfernung der Bandscheiben oder sogar ganzer Wirbelkörper und Überbrückung der Defekte durch Wirbelkörperersatz oder die Erweiterung von hinten durch Wegnahme der Wirbelbögen und Stabilisierung mit Fixateur interne. Es ist auch eine so genannte Laminoplastie, d. h. ein Aufklappen der Wirbelbögen möglich. Welches Verfahren letztlich gewählt wird, ist Entscheidung des Operateurs. Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei kurzstreckigen Stenosen (1-2 Wirbelkörper) und eventuell einer kyphotischen Fehlstellung die Operation von vorn sinnvoll ist. Bei langstreckigen Stenosen ist die Operation von hinten sinnvoller. Bei älteren Patienten mit milden Veränderungen ist auch eine symptomatische konservative Therapie möglich.

Eine Einengung des Wirbelkanals an der HWS ist besonders schwerwiegend, da hier das Rückenmark verläuft. Wenn dieses zu stark gequetscht wird, dann führt dies zu erheblichen Ausfällen an den Armen und Beinen mit Störung der Feinmotorik, des Gefühls, der groben Kraft und des Gangbildes. Wenn der Wirbelkanal nicht geweitet wird, dann kann es auch zu einer inkompletten oder kompletten Querschnittslähmung kommen. Dies kann langsam schleichend aber auch akut auftreten ähnlich einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Der Wirbelkanal kann von vorn, hinten oder von vorn und hinten eingeengt sein. Die Operation richtet sich nach dem Ausmaß und der Lokalisation der Einengung. Sie kann von vorn  (Bilder oben) oder von hinten (Bilder unten) durchgeführt werden. Bei der Operation von vorm wird der eiengende Wirbelkörper entfernt und durch einen metallischen Platzhalter ersetzt. Bei der Operation von hinten, werden die einengenden Bänder und Wirbelbögen entfernt. Dies ist sehr destabilisierend. Deshalb erfolgt meistens eine zusätzliche Stabilisierung mit Schrauben und Stangen.