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Fragen zu einer Wirbelsäulenoperation

Häufig gestellte Fragen

Einige Fragen kommen in der Sprechstunde immer wieder vor. Wir wollen Ihnen hier eine kleine Auswahl an häufigen Fragen und entsprechenden Antworten geben, die Ihnen im Vorfeld vielleicht schon weiterhelfen können.

Selbstverständlich bleiben bei Ihnen immer noch viele individuelle Fragen offen. Um sich diese beantworten zu lassen, nutzen Sie unsere online Sprechstunde oder vereinbaren Sie gleich einen Termin in unserer Praxis.

 

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Wann muß ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

Wann muß ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

Die Notwendigkeit einer Operation richtet sich nach den Beschwerden.
Wenn neurologische Ausfälle im Vordergrund stehen mit Lähmungen bzw. Störungen des Wasserlassens und/oder des Stuhlgangs, dann kann es sich um ein so genanntes Conus- oder Cauda-Syndrom handeln, und es besteht eine dringende Operationsindikation, denn diese Störungen sind Zeichen eines starken Drucks auf Nerven, der bei längerem Bestehen den Nerven irreversibel schädigt.
Schmerz-Syndrome können zunächst konservativ behandelt werden, d.h. mit Schmerzmedikatenten, Krankengymnastik und lokalen Injektionen. Diese Behandlungsmaßnahmen sollte ca. 6 bis maximal 12 Wochen versucht werden. Wenn innerhalb dieser Zeit keine wesentliche Besserung erfolgt, dann ist ebenfalls eine operative Entfernung des Vorfalls zu erwägen. Dadurch wird sofort der Nerv entlastet und die Beschwerden verschwinden.

Kann man nach einer Bandscheibenoperation wieder einen Vorfall bekommen?

Kann man nach einer Bandscheibenoperation wieder einen Vorfall bekommen?

Prinzipiell kann man nach einer Bandscheibenoperation an gleicher Stelle wieder einen Vorfall bekommen. So gibt es das so genannte Frührezidiv, d.h. ein Vorfall innerhalb von 6 Wochen nach einer Operation. Das Risiko beträgt ca. 5 Prozent. Ursache ist, dass bei einer Bandscheibenoperation nicht die gesamte Bandscheibe entfernt wird, sondern nur der vorgefallene Anteil. Die "Restbandscheibe" soll sich erholen. Allerdings kann sich bei bestimmten Bewegungen wieder Material lösen und nach Außen gedrückt werden, da der Fasering noch nicht verschlossen ist. Besonders ungünstig ist ein Verdrehen der Wirbelsäule. Deshalb empfehle ich für die ersten 6 Wochen nach einer Bandscheibenoperation das Tragen eines Korsetts. Dadurch erfährt der Patient eine gewisse Bewegungseinschränkung, so dass die geschädigte Bandscheibe in Ruhe ausheillen und der Faserring sich wieder schließenkann . Nicht desto trotz bleibt die Bandscheibe geschädigt und anfällig. Desalb ist eine dauerhafte Prophylaxe notwendig um späteren Problemen vorzubeugen .

Wie wird ein Bandscheibenvorfall operiert?

Wie wird ein Bandscheibenvorfall operiert?

Die beste Methode ist eine endoskopische Operation. Dies ist ein sehr schonendes Verfahren. Ein Endoskop hat einen Durchmesser von 8 mm  und die Narbe ist auch größer nicht. Dadurch können die Muskulatur und das umliegende Gewebe optimal geschont werden. Auch in der Tiefe ist die so gefürchtete Narbenbildung deutlich geringer oder überhaupt nicht vorhanden. Ein Chirurg sollte mögliocht keine "Spuren" hinterlassen. Dieses Ziel ist heutzutage nicht zu 100% zu erreichen. Aber es ist möglich die "Spuren" sehr klein, d.h. kaum sichtbar zu machen. Die Endoskopie ist der Weg, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Kann die Narbe nach einer Bandscheibenoperation wieder auf den Nerven drücken?

Kann die Narbe nach einer Bandscheibenoperation wieder auf den Nerven drücken?

Narbenbildung kann nicht vollständig verhindert werden. Durch schonende Operationstechniken - wie die Endoskopie - kann jedoch Narbenbildung verringert werden. Denn Hauptursache für Narbenbildung ist die Größe des Gewebsschadens, der durch den so genannten operativen Zugang verursacht wird. Je kleiner der Zugang desto geringer der Gewebsschaden und desto geringer die Narbenbildung.
Eine Narbe drückt jedoch niemals auf einen Nerven. eine Nrbe kann keinen Druck erzeugen. Eine Narbe kann jedoch einen Nerven einschnüren bzw. fixieren, so daß dieser den Bewegungen nicht mehr folgen kann, nicht "mitgleitet". Duch den Zug am Nerven können Schmerzen entstehen. Deshalb wird manchmal bei entsprechender Symptomatik das Segment "ruhiggetellt", d.h. versteift.

Brauche ich eine künstliche Bandscheibe?

Brauche ich eine künstliche Bandscheibe?

Dies kann nur durch eine gründliche Untersuchung geklärt werden. Dabei gilt grundsätzlich, dass ein sichtbarer Bandscheibenschaden (z.B. „black disc“ im MRT) und entsprechende klinische Befunde (z.B. dauerhafte Rückenschmerzen, die auf eine Therapie mit Krankengymnastik und Medikamenten nicht ansprechen) vorliegen müssen. In den Röntgen-Funktionsaufnahmen sollte noch eine Beweglichkeit im geschädigten Segment vorhanden sein mit einer Mindestbandscheibenhöhe. Häufig wird zur Klärung der Schmerzursache noch eine Diskographie durchgeführt. Dabei wird Kontrastmittel unter Druck in die Bandscheibe gespritzt. Diese Druckerhöhung verursacht Schmerzen, den so genannten Memory-Pain. Als Gegenprobe kann noch eine Facetteninfiltration erfolgen, da es manchmal schwierig ist zwischen den beiden Schmerzgeneratoren (Bandscheibe und Facetten) zu unterschieden. Wenn die Facetteninfiltration zu keiner wesentlichen Besserung der Schmerzen führt aber der Memory-Pain deutlich war, dann erscheint  die Entfernung der alten verschliessenen Bandscheibe und Austausch durch eine künstliche sinnvoll.

Ist die Implantation einer künstlichen Bandscheibe eine komplizierte Operation?

Ist die Implantation einer künstlichen Bandscheibe eine komplizierte Operation?

Im Prinzip gibt es keine einfachen Operationen. Aber in der Hand eines erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen ist das Risiko begrenzt. Trotzdem sollte eine Operation erst dann durchgeführt werden, wenn die konservativen Therapiemaßnahmen versagt haben. Häufig gelingt es durch ein gezieltes Training der Rücken- und Bauchmuskulatur das durch die geschädigte Bandscheibe geschwächte Segment zu stabilisieren. Die Bandscheibe kann zwar nicht regenerieren, d. h. sie wird nicht ihre frühere Funktion der Dämpfung überbnehmen können, sondern aushärten und an Höhe verlieren. Trotzdem kann, wenn die Segmentstabilität wiedererlangt wird, eine deutliche Schmerzreduktion erzielt und der Verschleissprozess gestoppt werden .

Wie groß ist die Narbe nach der Implantation einer künstlichen Bandscheibe?

Wie groß ist die Narbe nach der Implantation einer künstlichen Bandscheibe?

Die Operation wird in minimalinvasiver Technik durchgeführt. Die Narbenlänge und Lokalisation ist von der Implantationshöhe abhängig. Im Durchschnitt ist die Narbe 5-8 cm lang. Wenn nur das sogenannte L5/S1-Segment betroffen ist, dann kann man einen Bikini-Schnitt machen, d. h. die Narbe ist quer und unterhalb der Biki-Hose und somit auch am Strand nicht sichtbar. Wenn das L4/5 Segment betroffen ist, so muss man einen Längsschnitt unterhalb des Bauchnabels machen. Die Wunde wird dann in der Haut vernäht, um den kosmetisch besten Effekt zu erzielen.

Kann ich mit einer künstlichen Bandscheibe Sport treiben?

Kann ich mit einer künstlichen Bandscheibe Sport treiben?

Der Sinn der Implantation einer künstlichen Bandscheibe ist es, ihre volle Mobilität wiederherzustellen, d.h. nach einer Phase der Ruhe, in der die künstliche Bandscheibe einheilt (ca. 3 Monate) sind sie wieder normal belastbar. Natürlich sind Extremsportarten mit einem erhöhten Risiko auch für die künsliche Bandscheibe verbunden, da im Falle eines Unfalls, dort der Schwachpunkt ist. Normaler Freizeitsport ist unbedenklich.

Warum knacken meine Gelenke?

Warum knacken meine Gelenke?

Wenn Sie ein Gelenk strecken, dehnt sich die mit Flüssigkeit gefüllte Gelenkkapsel. Ruckartige Bewegungen verursachen in dieser Flüssigkeit Veränderungen des Drucks. Dadurch bilden sich Blasen.die jedoch gleich wieder in sich zusammenfallen. Dieser Vorgang, den man in der Physik als Kavitation bezeichnet, verursacht die Geräusche. Es schadet nicht, wenn Gelenke beim Bewegen ab und zu knacken. Wenn Sie aber etwa die Fingergelenke häufig absichtlich knacken lassen, dann kann dies zu einer Überdehnung der Gelenkkapseln und somit zu dauerhaften Schmerzen fuhren."

Wenn die Wirbelsäule versteift ist, kann ich mich dann noch bewegen?

Wenn die Wirbelsäule versteift ist, kann ich mich dann noch bewegen?

Die Stabilisierung oder umgangssprachlich auch Versteifung der Wirbelsäule führt zu keiner wesentlichen Bewegungseinschränkung, zumal meistens nur ein Segment betroffen ist. Häufig ist präoperativ infolge der Schmerzen und der reflektorischen Muskelverspannung die Bewegung in der Lendenwirbelsäule bereits eingeschränkt. Durch die Schmerzbeseitigung und die Entspannung und Harmonisiserung der Muskulatur kann postoperativ die Beweglichkeit sogar verbessert werden.

Wenn ein Abschnitt der Wirbelsäule versteift ist, was passiert mit der Bandscheibe oberhalb und unterhalb?

Wenn ein Abschnitt der Wirbelsäule versteift ist, was passiert mit der Bandscheibe oberhalb und unterhalb?

Es ist richtig, dass infolge der Stabilisierung eines Segments die Belastung auf die Nachbarsegmente sich erhöht. Deshalb ist es wichtig, portoperativ ein rückengerechtes Leben zu führen, d.h. optimales Gewicht, Training der Rücken- und Bauchmuskulatur, Reduzierung von Belastungen, ergonomische Sitzmöbel, eventuell Stehpult, höhenverstellbarer Schreibtisch etc.

Wann muss eine Stabiliserung durchgeführt werden?

Wann muss eine Stabiliserung durchgeführt werden?

Eine Stabilisierungsoperation ist sinnvoll, wenn eine Instabilität der Wirbelsäule vorliegt. Dabei ist es wichtig die Geometrie der Wirbelsäule wiederherzustellen und Nerven zu entlasten. Ob eine Instabilität der Wirbelsäule vorliegt, kann häufig bereits an Röntgenaufnahmen  festgestellt werden. Dabei werden Bewegungsaufnahmen in liegender Position durchgeführt, da so die Muskulatur entspannt ist und Lockerungen sich deutlicher zeigen. In besonderen Fällen können auch Bewegungsaufnahmen am so genannten Upright-MRT durchgeführt werden. Instabilitäten können unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei leichteren Formen kann auch eine dynamische Stabilisierung mit Bewegungserhaltung ausreichen. Wenn ein Wirbelgleiten vorliegt, dann muß die Wirbelsäulenbalance rekonstruiert und das Segment versteift werden, damit es nicht zu einem weiteren Abgleiten kommt.

Instabilität der Wirbelsäule mit Zeichen des Nach-hinten-Gleitens des 4. Lendenwirbels bei Beugung nach hinten. Dabei kommt es zu einer Einengung von Nerven im Nervenkanal (roter Pfeil und Bild oben).

Kann ich nach einer Versteifung Sport treiben?

Kann ich nach einer Versteifung Sport treiben?

Der Sinn eine Stabilisierungsoperation ist es, die Lebensqualität zu verbessern, d.h. nach einer Phase der Ruhe, von das implantierte Material einwächst t (ca. 3-6 Monate) ist die Belastbarkeit wiederhergestellt und normaler Freizeitsport möglich. Es sollten jedoch bestimmte Regeln beachtet werden, damit zukünftigen Rückenschmerzen vorgebeugt wird. Dies sollte mit dem Krankengymnasten und Arzt besprochen werden.

Wann muß der Wirbelkanal geweitet werden?

Wann muß der Wirbelkanal geweitet werden?

Eine Verengung des Wirbelkanals führt zu einer Einschnürung von Rückenmark und Nerven. Dadurch kann es zu Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungen kommen. Diese Störungen können vorübergehend aber auch dauerhaft sein. Leider ist das Erholungspotential von Nerven begeschränkt, d. h. dass verloren gegangene Funktion häufig nicht wiederkehrt. Deshalb sollte ein Wirbelkanal bereits bei Auftreten erster Symptome verbunden mit entsprechender Bildgebung und elektrophysiologischer Diagnostik geweitet werden. Dann kann der Eingriff häufig auch minimal-invasiv durchgeführt werden. In späten Stadien sind größere Operationen oftmals mit Versteifung notwendig und die Erfolgsaussichten sind schlechter .

Wie erfolgt die Weiterbehandlung nach einer Wirbelsäulenoperation?

Wie erfolgt die Weiterbehandlung nach einer Wirbelsäulenoperation?

Bereits im Krankenhaus wird die Weiterbehandlung begonnen mit dem Ziel Mobilität und Belastbarkeit möglichst schnell wiederherzustzellen.
Dazu wird häufig postoperativ ein Korsett verordnet. Dieses verbessert das Stabilitätsgefühl und die Körperhaltung und verhindert so genannte "falsche" Bewegungen, in erster Linie Verdrehungen der Wirbelsäule und Beugung nach vorn. Im Korsett erfolgt auch zumeist die schrittweise Mobilisation. Der Patient darf bereits am ersten Tag Aufstehen. Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten erfolgen die ersten Gehübungen. Insgesamt sollte jedoch innerhalb der ersten 3 Wochen die Belastung eher gering sein. Es ist das so genannte Entlastungsstadium, d. h. möglichst viel liegen, wenig sitzen, mäßig laufen.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt eine frühzeitige Vorstellung in der Praxis. Dort wird zunächst Lymphdrainage verordnet, um die Muskulatur zu entspannen und Schwellungen abzubauen. Starke Aktivierung in dieser Frühphase ist nicht notwendig. Es schließt sich von der 4. bis zur 6. Woche das Heilungsstadium an. Da wird auch Krankengymnastik verordnet  zur Aktivierung der Muskulatur und es wird ein Antrag auf eine stationäre oder ambulante Rehabilitationskur gestellt, um das Training zu intensivieren und die Re-Eingliederung in den Arbeitsprozess zu beschleunigen. Beginn von Rehabilitationsmaßnahmen erfolgt meist ab der 7. Woche im sogenannten Aufbau- und Belastungsstadium. Nach Abschluß der Rehabilitation besteht zumeist Arbeitähigkeit und es kann eine schrittweise Arbeitsaufnahme, z.B. entsprechend dem Hamburger Modell erfolgen. Krankengymnastik wird fortgeführt und es kann mit Reha-Sport begonnen werden.